Vereinsausflug 2026 – Weinwanderung am Nil   Kürzlich aktualisiert!


Wie bitte? Weinwandung am Nil? Nein, so weit ging der Ausflug des KJV dann doch nicht und ein Reisepass oder gar spezielle Impfungen waren auch nicht notwendig! Ziel des diesjährigen Vereinsausflugs war das „Weingut am Nil“ in Kallstadt in der Pfalz.

Am Samstag, den 5. Sept. 2026 trafen sich um 9:30 Uhr zahlreiche und gut ausgeschlafene Mitglieder und Freunde des KJV an der Bleiche. Vor dem Einstieg in den extra angemieteten Bus überreichte ein smarter Stuart namens Frank,jedem Teilnehmer eine Flasche Wasser sowie ein gut gefülltes „Doggy-Bag“ mit Wurst, Käse, Brötchen und etwas Süßem. 

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Michael löste der routinierte Busfahrer die Bremsen und fuhr zügig los nach Kallstadt.

Unterwegs gab es noch ein paar detaillierte Informationen von Kerstin, die sich um die Organisation und Durchführung des Vereinsausflugs vortrefflich gekümmert hatte. 

In Kallstadt angekommen ging es als erstes zu einem Willkommenstrunk in den Garten des Weinguts. Mit einem Secco, den es auch in einer alkoholfreien Variante gab, wurden wir von einigen Mitarbeiterinnen des Weinguts freundlich gegrüßt und erfuhren sofort einiges über die Geschichte des Weinguts mit seinem „Lila Löwen“als Emblem. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Löwe das Wahrzeichen des Ortes Kallstadt. Auch die Winzerfamilie Schuster, die das Weingut am Nil im Jahre 1841 gründete, wählte den Kallstadter Löwen zu ihrem Symbol und platzierte ihn in der Farbe Lila auf ihre Wein-Etikette. Dies passt recht gut zu der Philosophie des Weinguts, denn der Löwe steht seit jeher für Stärke und Dynamik. 

Angeboten wurden im Garten ein feinperligerweißer Secco und ein süffiger Rose-Secco.

Nach dem Genuss des ersten Glases erkannten einige Vereinsmitglieder sofort, wie fruchtig, verspielt und stark in seinem Charakter ein Nil-Secco sein kann. Besonders die Kombination aus Sauvignon Blanc und Scheurebe machte bei den Ausflüglern Eindruck und gipfelte in einer anerkennenden Beurteilung des frischen, aromatischen Säure-Süßespiels des Secco mit dem Ausdruck „lecker“! Die Mitarbeiterinnen des Weinguts waren sofort beindruckt von der Sachkenntnis einiger KJV-Mitglieder.

So ging es dann erfrischt und voller Wissens- und Weindrang mit einer Mitarbeiterin des Weinguts zur ersten Station der Weinwanderung direkt auf den Platz neben der St. Salvatorkirche. Hier erfuhren wir ein paar lustigen Anekdoten aus dem Ortsleben sowie einiges über die Geschichte des Ortes und seiner Entwicklung. Kallstadt liegt an der Deutschen Weinstraße nur 10 Kilometer von Bad Dürkheim entfernt und zählt heute rund 1.250 Einwohner. Der traditionsreiche Weinort verkörpert noch immer auf charmante Weise Weinanbau, Geschichte, Genuss und pfälzische Gastlichkeit. Die Umgebung bietet ideale Bedingungen für die Reben und lädt mit ihren sanften Hügeln, Wegen und Aussichtspunkten zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Der Ort hat sich durch seine erstklassigen Weine, zahlreichen Winzerhöfe und seine lebendige Dorfgemeinschaft überregional einen Namen gemacht. Zahlreiche Weinfeste und Veranstaltungen prägen das Jahr und ziehen Besucher an.  Sehenswert sind die malerischen Gassen, die historische Kirche St. Salvator und die traditionellen Fachwerkhäuser. Nach dieser Einführung ging es dann weiter direkt in die Weinberge, wo wir an einer Station zwei Sorten Nil-Wein verkosten durften. Dazu gab es dann eine frische Brezel sowie weitere Informationen zum Wein. 

Gemütlich ging es dann mit einer anderen Mitarbeiterin des Weinguts, bergauf zur Station der nächsten Weinverkostung. Hier erfuhren wir, dass der Saumagen nicht nur was Gutes zum Essen ist, sondern auch eine begehrte Weinlage.Die Weinlage „Kallstadter Saumagen“ gibt es seit 1810. Sie liegt direkt am westlichen Ortsrand und gilt als die beste Lage von Kallstadt und als eine der besten Lagen Deutschlands. Das Gebiet des Saumagens ist nicht groß, nur etwa 66 Fußballfelder (39,9 ha) würden die Fläche füllen. Dies ergibt ungefähr 300.000 Flaschen Qualitätswein.

Interessante Informationen gab es auch zu den Naturkorken, die als der älteste Verschluss für Weinflaschen gelten. Es wurde uns erläutert, dass Naturkorken eine langsame Reifung des Weins ermöglichen und zwar durch eine geringe Sauerstoffdurchlässigkeit, was für bestimmte Weine von Vorteil sein kann. Weine mit Naturkorken sollten daher immer flach gelagert werden, damit der Korken immer feucht bleibt. Natürlich gibt es auch bei Naturkorken Nachteile: Wenn der Korken fehlerhaft ist, kann der Korkgeschmack den Wein verderben und es besteht auch das Risiko des Korkbruchs beim Öffnen der Flasche. Das Weingut am Nil verwendet daher nur Korken der besten Qualität. 

Nach so viel Informations- und Weingenuss ging es dann wieder zurück zum Weingut am Nil, diesmal in den Weinkeller, wo wir zwei Rotweine des Weinguts kredenzt bekamen. Die verkosteten Weine regten einige Ausflügler an, sich anschließend im Weingut mit Flaschenweine einzudecken.  

Wer wollte, konnte danach Kallstadt nach eigenem Belieben erkunden oder sich in einem Café, in einem Weinlokal oder in einem der zahlreichen anderen Weingüter mit einem guten Glas Wein die Zeit bis zum Abendessen vertreiben. 

Um 17.30 Uhr hatten wir dann eine Tischreservierung in einem separaten Raum der Gaststätte „Altes Kelterhaus“. Hier konnte jeder nach Herzenslust à la Carte bestellten. Für jeden verwöhnten Gaumen war etwas dabei. Nach einem schmackhaften Essen und guten Gesprächen ging es dann zum Bus, der die Ausflügler um ca. 21:30 Uhr wieder unversehrt und zufrieden nach Harheim zurückbrachte. Ein schöner und sonnenverwöhnter Tag mit viel Geselligkeit, Informationen und Genüssen ging zu Ende. Ein großes DANKESCHÖN an die Verantwortlichen des KJV!        

Geschrieben und verkorkt von 

Rainer K. Brauburger